Otto Oesterle
Buchbesprechungen
Eine Alternative
zu Kirchhoffs "Weltmodellen"
zu Jochen Kirchhoffs
Werk:
.
"Räume, Dimensionen, Weltmodelle. Impulse für
eine andere Naturwissenschaft"
Kreuzlingen/München 1999
Hugendubel/Diederichs new science
Allgemeines
zu Kirchhoffs Buch aus empirischer Sicht
Die Sprache von
Herrn Kirchhoff ist sehr anschaulich, seine Kritik an der mathematisierten
Naturwissenschaft und der arroganten Schulphysik beeindruckt. Diese
sei leblos, ihr fehle die Seele, der Geist, die Vernunft. Der Kosmos
müsse einen Sinn haben. Eine integrale, ganzheitliche Naturwissenschaft
muß das einschließen. In den Fundamenten unserer bisherigen
Naturwissenschaft stimme etwas nicht, und deshalb habe diese sich und
unsere Welt in eine Sackgasse hineinmanövriert. Seine Kritik am
Urknallmodell und seine Forderung, der Äther solle "zurückkehren",
sind mutig. Erfahrungen zeigen, daß die Zahl der deutschen Fachprofessoren
und -dozenten, die dies ähnlich sehen, viel größer ist
als die Zahl derer, die das wie Kirchhoff (als Außenseiter im
akademischen Betrieb) auch offen aussprechen.
Probleme entstehen,
wo Kirchhoff anfängt, seine alternativen Modelle darzustellen.
Er stützt sich z.B. auf ein Gravitationsmodell von H. F. Krause,
der behauptet, Gravitation sei eine Strahlung. Der "ungeheure Druck
im Gestirnkern" zerreiße "die Bindekräfte der Materie",
und diese zerstörte Materie werde dann ins Weltall "in radialer
Form verstrahlt". Schon Gymnasiasten wissen dagegen, daß
allseitiger Druck Bindekräfte nicht zerstören kann. Im Gegenteil,
er bildet Bindungen zwischen den Teilchen der Materie und wandelt so
z.B. unansehnliches Graphitpulver zu prächtigen Diamanten um. Der
Gedanke eines "unendlichen" Drucks im Erdinnern ist als Flucht
in eine Absolutheitsvorstellung in der Naturwelt illegitim und experimentell
nicht zu stützen.
Die Seriosität
von Herrn Krause als Naturwissenschaftler kennzeichnen auch folgende
Beispiele. Er behauptet, daß die Atomkerne zur "Sphäre
des Absoluten" gehören, daß die Randfarben des Regenbogens
- violett und rot - mit der Zeit verschwänden. Und die Bestätigung
dafür findet er nicht in Beobachtungen oder Experimenten, sondern
- im Alten Testament.
Um das Ganze, um
ein ganzheitliches Weltbild geht es Herrn Kirchhoff vor allem. Die Teile
des Ganzen müssen aber kausal miteinander verbunden sein. Deshalb
erwähnt er zutreffend David Bohm, der eine kausale Erklärung
der Quantentheorie vorgeschlagen hat. Auch die Kritik an der übermäßigen
Mathematisierung und Computer-Simulierung der Physik ist richtig. Doch
diese Kritik wird nicht konsequent durchgeführt. Statt das physikalische
Wesen der Gravitation zu klären, wird behauptet: "Gestirne
sind kosmische Großorganismen, die offenbar(?) mit einem eigenen
(überichhaften) Bewußtsein ausgestattet sind ... Gestirne
sind Götter... auf der transmentalen Ebene"(223). Auch die
Erde habe einen Willen und deshalb gleichermaßen ein Bewußtsein
(vgl. das 1998 erschienene Buch von J. Kirchhoff: "Was die Erde
will"). Bei aller Phantasie ist es unmöglich, in solchen Formulierungen
einen physikalischen Sinn zu finden. Das sind Verabsolutierungen, die
"Fremdkörper" gerade für ein ganzheitliches Naturverständnis
sind, weil sie die Kausalketten zerreißen. Ein einfaches Beispiel.
Wir nehmen einen idealen elektrischen Isolator und versuchen nach dem
Ohmschen Gesetz, den Strom durch ihn bei einer bestimmten Spannung,
z.B. 1000 V, zu berechnen. Soche eine Berechnung ist unmöglich,
weil der Widerstand unendlich gesetzt wird. Solch eine Setzung zerreißt
die Abhängigkeit des Stromes von der Spannung. Zum Glück gibt
es in der Wirklichkeit keine idealen Isolatoren.
Das Grundprinzip
der Naturwissenschaft: "Nichts Absolutes!"
Dieses empirische,
d.h. auf der Erfahrungs-Wirklichkeit basierende und nicht bloß
postulierte Grundprinzip kann nicht genügend hervorgehoben werden:
Das moderne wissenschaftliche Weltbild besteht aus zwei einander widersprechenden
Vorstellungen: aus einem absoluten Teil (absolut nach Brockhaus: abgelöst,
unabhängig, unbeschränkt, ideal, unbedingt, unendlich, ewig)
und aus einem relativen Teil (lat.: relativ - vergleichbar, verhältnismäßig,
eingeschränkt, endlich, abhängig). Das Absolute wurde nie
beobachtet oder experimentell festgestellt und widerspricht dem Prinzip
der Kausalität: Es zerreißt, wie schon gesagt, die Kausalketten.
Abgelöstes kann nichts bewirken. Ebenso widerspricht ein Absolutes
der Ganzheitlichkeit: Alle Teile eines Ganzen, z.B. des Universums,
sind kausal miteinander verbunden. Absolutes wird mathematisch mit Parametergrößen
"null" oder "unendlich" bezeichnet. Objekte mit
solchen Parametergrößen gibt es in der Natur nicht. Man muß
auch deshalb sorgfältig mathematische und physikalische Vorstellungen
voneinander trennen (was nicht als Abwertung der Mathematik als Forschungsinstrument
verstanden werden soll). Im Gegensatz dazu entsprechen Modelle mit relativen,
vergleichbaren, endlichen, miteinander verbundenen und verknüpften
Parametern den Prinzipien der Ganzheitlichkeit und Kausalität und
damit der Wirklichkeit.
In der Physik hat
am Anfang des 20. Jahrhundert das Mathematische gewonnen. Heisenberg
sah als "die letzte Wurzel der Erscheinungen ... nicht die Materie,
sondern das mathematische Gesetz, die Symmetrie, die mathematische Form"
(W. Heisenberg in: "Vom Geist der Naturwissenschaft", hrsg.
von H. Holz und J. Schickel, Zürich 1969, 184). Seitdem versucht
man vergeblich, eine "Weltformel" zu konstruieren. Aus der
Ganzheitlichkeit folgt aber eine weitere Einsicht und Regel: Das Fundament
der Physik kann nicht mathematisch sein, sondern nur physikalisch. Ideales
und Reales darf man nicht verwechseln.
Wenn das Prinzip
"alles in der Welt ist relativ, d.h. endlich, veränderlich
und vergleichbar" richtig ist - ich wäre neugierig auf wenigstens
ein Beispiel, das diesem Prinzip widerspricht -, dann müssen mehrere
anerkannte Theorien und Modelle falsch sein. Die Einsteinsche Relativitätstheorie
wurde schon erwähnt. Das Urknallmodell beinhaltet ebenfalls Verabsolutierungen,
z.B. einen absoluten Anfang (Zeit gleich null). Deshalb kann dieses
Modell auch nicht beantworten, was vor dem Urknall war und warum er
stattgefunden hat. Auch Klimatheorien mit Treibhauseffekten auf der
jungen Erde, die absolut beständige Weltkonstanten in Zeitspannen
von Milliarden Jahren einschließen, sind falsch (ausführlicher
in Oesterle 1997).
Das "Rätsel"
der Gravitation
Nun ist es erstaunlich,
aber wahr, daß das Phänomen Gravitation, mit dem jeder Mensch
tagtäglich zu tun hat, bis heute keine allgemein akzeptierte, widerspruchsfreie
Erklärung gefunden hat. Es gibt allerdings gegenwärtig Dutzende
von Gravitationstheorien, die Kirchhoff nicht zu kennen scheint. Sonst
könnte er mit der seinen, von Krause übernommenen, nicht solche
Originalitätsansprüche stellen. Es genügt für diese
Grundfragen nicht allein der ständige Verweis auf "die herrschende
Physik" als einzige Alternative, auch wenn es ein Herrschaftsgeflecht
von Vorurteilen in unserer sich so aufgeklärt gebenden Naturwissenschaft
leider tatsächlich gibt.
Zu diesen Vorurteilen
gehört nicht zuletzt seit Einstein (ungeachtet von dessen eigener
späterer Unsicherheit) die Verwerfung des Äthers. Ohne dessen
Annahme gibt es u.a. keine befriedigende Gravitationstheorie, wie nun
gezeigt werden soll. Übrigens bleibt die Verbindung zwischen Gravitation
und Äther bei Kirchhoff unklar.
Die "offizielle"
Einsteinsche Theorie, die die Schwerkraft als Ergebnis der Krümmung
des leeren Raumes darstellt, kann einen erfahrungsnah und logisch denkenden
Menschen nicht befriedigen. Die Krümmung z.B. ist eine Eigenschaft,
die eine Intensität hat. Autofahrer wissen, daß es scharfe
und nicht so scharfe Kurven gibt. Wie kann aber ein leerer Raum, also
Nichts, eine solche Eigenschaft haben? Und dieses Nichts ist auch noch
eindeutig dreidimensional, und nicht z.B. zwei- oder vierdimensional.
Aus diesen Gründen nimmt die Zahl der Kritiker der Relativitätstheorie
zu. Hinzukommt, daß diese Theorie ihrem eigenen Namen widerspricht,
weil sie absolute Komponenten beinhaltet: Dichte des Raumes gleich null,
eine konstante und nicht überwindbare Lichtgeschwindigkeit. Auch
ihre Teile: die Spezielle und die Allgemeine Theorie, widersprechen
einander. Wodurch aber kann man diese Theorien ersetzen? Eine konsequent
ganzheitliche physikalische Erklärung der Gravitation kann - kurz
zusammengefaßt - auf der im Folgenden dargestellten Äthertheorie
basieren, bei der die in der Fachliteratur zu findenden Vorschläge
keineswegs ignoriert werden.
Immer wieder wird
die alte Schirmtheorie des Schweizers G.L. Lesage (1782) reanimiert
(neu erfunden), die annimmt, daß jeder Himmelskörper durch
eine kosmische Ätherströmung von allen Richtungen her durchdrungen
wird. Dabei bleibt ein Teil der Strömung im Körper "stecken".
Deshalb trifft auf jeden Körper von der Richtung eines anderen
Körpers eine schwächere Strömung als von der Gegenrichtung,
und so entstehen Schubkräfte (und nicht Anziehungskräfte!),
die den Massen der Körper proportional und ihrem Abstand voneinander
umgekehrt proportional hoch zwei sind und die die Körper gegeneinander
"treiben" (genau nach der Newtonschen Formel). Dieses Modell
enthält aber unüberwindbare Widersprüche. Nur wenn die
Ätherteilchen miteinander nicht zusammenwirken (also Bosonen sind,
wie z.B. Photonen), dann können sie ihre Anfangsrichtung erhalten,
erzeugen aber auch keine wesentliche Schubkraft. Wenn sie aber zusammenwirken
(und also Fermionen sind), können sie ihre anfängliche Bewegungsrichtung
wegen ständiger Zusammenstöße miteinander nicht aufrechterhalten.
Wie soll man sich nun Teilchen vorstellen, die einerseits unseren riesigen
Planeten leicht durchdringen, andererseits aber in einem relativ zur
Erdkugel winzigen menschlichen Körper ein Gewicht von 60-80 kg
erzeugen?
Ferner gibt es die
Pulsationstheorie der Gravitation von Poincaré, Bjerknes, Challis,
Hikes, Barton, J. Ivanov, u.v.a.: Teilchen, deren Volumen rhythmisch
größer und kleiner werden, können sich anziehen oder
abstoßen, abhängig von den Phasen der Pulsationen. Sie müssen
aber alle, große und kleine, im gleichen Rhythmus pulsieren, und
das ist ein ungelöstes Problem. Schließlich sei die Quelle-Ablaß-Theorie
von Riemann, Pirson, Shott genannt, die ich als Sonderfall in eine neue
Gravitationstheorie zu integrieren versuche.
Der Raum kann –
schon gemäß dem Grundsatz der Nicht-Absolutheit - nicht leer
sein, er ist mit einem Medium ausgefüllt. Richtiger: der Raum ist
dieses Medium, weil es erstens keinen absolut leeren und zweitens überhaupt
keinen "absoluten Raum" gibt. Welche Eigenschaften hat nun
dieses den Raum konstituierende Medium? Ich nehme bis auf Weiteres an,
es ist eine Flüssigkeit mit sehr geringer Viskosität (Zähigkeit)
und Dichte. Es ist also dem suprafluidalen Helium-II ähnlich. In
dieser Flüssigkeit werden bestimmte Strukturen (Wirbel, Wellen)
leicht entstehen und lange Zeit existieren. Mehrere unabhängig
voneinander entstandene Theorien (von H. Helmholtz, W. Thomson, W. Azjukowskii,
W. Bauer, C. Hilgenberg, K. Meyl, H.-P. Seiler, I. Gerlovin u.a.) zeigen,
daß Elementarteilchen, Atomkerne, Atome, Moleküle, usw. Wirbelstrukturen
dieses Mediums sind. Ein Teil dieser Forscher sehen das Medium als Gas,
andere als Flüssigkeit. Alle aber nehmen an, es sei kompressibel,
d.h. bei der Wirbelbildung verdichtet sich das Medium.
Selbst die Ursache
der Quantelung im Mikrokosmos folgt aus den Eigenschaften dieses Mediums:
Stabile Wirbelstrukturen können nicht beliebige Parametergrößen
(Radien, Ladungen usw.) haben, sondern nur solche, die nach ganzen Zahlen
von stehenden Wellen existieren. Laufende (nicht stehende, nicht gequantelte)
Wellen dagegen haben große Energieverluste, weil sie Energie ausstrahlen.
Wegen dieser fundamentalen Quantelung hat es Sinn, dieses Medium Quantenäther
zu nennen, um die großen Physiker der Vergangenheit zu ehren und
gleichzeitig zu unterstreichen, daß es ein modernes Raummodell
ist.
Madelung hat schon
1926 gezeigt, daß die Quantentheorie des Mikrokosmos einfach aus
den Gesetzen der Hydrodynamik folgt und keine übersinnlichen Synthesen
von Teilchen-Wellen-Dualismen, Wahrscheinlichkeitsdichten und Unschärfe-Relationen
braucht: Weil die Wirbel unteilbare Teilchen sind (wenn man sie teilt,
werden sie zerstört), weil sie bestimmte Größen haben
und stehende Wellen beinhalten, haben sie gleichzeitig Eigenschaften
von Wellen und Teilchen.
Das Wirbelmodell
löst zugleich das alte Problem: Besteht die Materie aus unteilbaren
"Atomen" mit "Lücken" aus leerem Raum zwischen
ihnen (dieses Modell beinhaltet zwei Verabsolutierungen), oder ist sie
unendlich teilbar (das wäre ebenfalls eine Verabsolutierung)? Wirbelringe
haben eine Besonderheit: Bei großer Bewegungsgeschwindigkeit werden
sie kleiner und bei langsamer Bewegung größer. Das beschreibt
auch die empirisch gefundene de-Broglie-Gleichung l =h/mV. Ein Gas aus
solchen Teilchen wird sich im Unterschied zum "normalen" Gas
bei der Abkühlung ausdehnen. Deshalb füllen sie alle leere
"Lücken" aus, bilden ein kontinuierliches Medium und
"brauchen" keine unendliche Reihe von Teilchen immer kleinerer
Ordnung, um die Kontinuität zu erreichen.
Wo und wie entstehen
die Wirbelstrukturen? Mehrere Naturwissenschaftler (J. Yarkovsky, C.
Hilgenberg, C.F. Krafft, S.W. Carey u.a.) vermuteten, daß Himmelskörper
Äther absorbieren und ihn in ihrem Inneren zur stofflichen Materie
verwandeln. Es gibt heute in der Geologie Hunderte von Fakten, die das
Wachstum der Erde, die Erdexpansion, bestätigen. Einige davon:
Alle äußeren Grenzen der Kontinente passen zusammen. Die
Kontinente können deshalb auf einer kleineren Erdkugel zusammengeführt
werden. In der Tat gab es vor ca. 250 Millionen Jahren noch keinen Atlantischen
Ozean. Der Durchmesser der Erde war zweimal kleiner. Nach Satelliten-Lasermessungen
entfernen sich überwiegend, d.h. ungeachtet von kurzfristigen Schwankungen,
die Kontinente voneinander. Die im Erdinnern produzierte Wärmeenergie
nimmt zu, was übrigens die wirkliche Ursache der Klimaerwärmung
ist, usw. (ausführlicher im 3. Kap. des Buches "Goldene Mitte").
Die wichtigste Konsequenz
der Erdexpansion besteht darin: Die Schwerkraft nimmt ständig zu,
was z.B. die Untersuchungen der früheren Sandabhänge und die
heutige Zunahme des Gewichtes der Eichmaße beweisen. Auch das
Aussterben der riesigen und auf der damaligen kleineren Erde noch nicht
so schweren Dinosaurier kann das bestätigen. Doch die etablierten
Geologen trauen sich nicht, der etablierten Physik zu widersprechen,
die lehrt: "Aus dem Nichts kann keine Materie entstehen!".
Sie beharren auf dem Modell der Plattentektonik, welches behauptet,
daß die Kontinente-Schollen aus irgendwelchen Gründen auf
der Erdoberfläche einer Erdkugel von beständiger Größe
herumschwimmen.
Aus dem Expansionsmodell
folgt, daß die Planeten wachsen und immer heißer werden,
bis sie das Entwicklungsstadium der Sterne erreichen. Die Astronomen
haben diese Hypothese schon früher aufgestellt. In den Sternen
stellt sich eine ausgeglichene Bilanz der einsaugenden Materie (Quantenäther)
und ausscheidenden Materie (Licht usw.) her. Jupiter z.B. strahlt bekanntlich
viel mehr Energie aus, als er von der Sonne bekommt. Er bildet also
mit seinen Satelliten ein zukünftiges Sonnensystem.
Aus der Erdexpansion
(bzw. der Expansion aller "kalter" Himmelskörper und
der Lichtstrahlung aller Sterne) ergibt sich somit erst die vollständige
Erklärung der Gravitation: Wenn im Erdinnern der Quantenäther
sich ständig zur "normalen" Substanz verwandelt, dann
muß die Erdkugel von allen Seiten Äther "einsaugen"
(das entspricht auch der genannten Quelle-Ablaß-Theorie). Dann
befinden wir uns in einer Ätherströmung, die alle Körper
ins Erdinnere "mitreißt" und so unser Gewicht bewirkt.
Je größer ein Himmelskörper und je kleiner der Abstand
zu ihm, desto größer ist die Geschwindigkeit der Strömung
in sein Inneres hinein (wie in einem immer enger werdenden Wasserleitungsrohr).
Und das ist m. E. die Ursache der Beschleunigung frei fallender Körper,
also der Gravitation.
Einige Folgerungen
und Ausblicke
Weil Wirbel sich
im Quantenäther leicht bilden und lange existieren, gibt es im
Universum immer mehr Teilchen (das bestätigte auch Paul Dirac)
und immer weniger "freien, räumlichen" Quantenäther.
Deshalb verändern sich allmählich die Eigenschaften des Raumes
selbst und mit ihnen die Werte der Weltkonstanten. Auch deren Beständigkeit
kann nicht absolut sein.
Die dargelegte Sicht
entspricht Prigogines Vorstellungen, der zeigte, daß die Irreversibilität
der Prozesse in unserer Welt nicht auf der chemischen Ebene "entstehen"
kann. Diese muß schon im Fundament, im Mikrokosmos da sein. Jetzt
ist die Prigogines Vermutung bestätigt. Die Irreversibilität
entsteht durch die allmähliche Verwandlung des Quantenäthers
in dichte, stoffliche Materie. Und dieses Phänomen dürfte
das Wesen der Zeit sein.
Eine abschließende
Bemerkung zum Wesen der Evolution, die ja in der Zeit verläuft.
Wirbelstrukturen mit extremen Parametern (z.B. Elementarteilchen mit
kleinen und großen Massen) sind instabil, sie entstehen ständig
und vergehen wieder. Stabile Strukturen mit mittleren Parametern reichern
sich dagegen an. Sie bilden Atome, Moleküle (Atombindungen mit
mittleren Energien kommen auch häufiger vor), organisieren sich
unter bestimmten "mittleren" Bedingungen zu einfachen und
dann immer komplexeren Lebewesen, bis zu vernünftigen. Dabei wächst
mit der Komplexität auch die Stabilität der belebten Systeme,
weil sie die biologische Erbsubstanz DNS immer effektiver von der veränderlichen
Umgebung durch Membranen, Mehrzelligkeit, Haut, Gefieder und Fell, Warmblutigkeit,
Kleidung, Feuer, Behausung, Klimaanlagen, gesunde Nahrung usf. isolieren.
Die Evolution ist also nicht zufällig, ihr "Ziel" ist
maximale Stabilität, bei der die freie (nicht gebundene) Energie
der Erbsubstanz das niedrigste Niveau erreicht. Dieses Streben zur maximaler
Stabilität bei minimaler freien Energie ist ein universelles Naturgesetz.
Ihm unterwirft sich ein in Ruhe kommender Pendel, das von den Bergen
fließende Wasser, oder ein wachsender Kristall, der übrigens,
auch wie die DNS mit der wachsenden Komplexität - der Zahl der
Atome - immer stabiler wird.
Ich stimme mit J.
Heinrichs darin überein, daß die Überwindung des naturwissenschaftlichen
Materialismus nicht durch Vermischung mit geistigen und seelischen Gesetzen,
sondern durch geordnete, methodische Inbezugsetzung zu diesen geschehen
muß. "Komplexität" oder "Strukturen mit mittleren
Parametern", auch Gedanken und Seelisches als "Ätherstrukturen"
sind solche inbezugsetzende Begriffe aus der Perspektive des Körperlichen.
Diese Vorstellung
löst zugleich die Paradoxe bzw. die berechtigten Postulate des
anthropischen Prinzips in allen seinen Varianten: Daß der Mensch
nicht nur tatsächlich, sondern notwendig am Ende der evolutiven
Entwicklung des Kosmos stehen mußte. Wenn alle Naturphänomene
von der Kernphysik bis zur Biologie und Kosmologie sich den Gesetzen
der Quantenäther-Hydrodynamik unterwerfen, braucht man sich nicht
zu wundern, warum die Physik so gut an die Existenz des Menschen angepaßt
ist. Die Chemie, besonders die von mir entwickelte "statistische
Chemie" (Kap. 2 meines Buches) löst das Problem des Zieles
der Natur. Stabile Strukturen mit mittleren Parametern existieren länger
als instabile mit extremen Parametern, deshalb findet im Universum eine
Anreicherung stabiler Strukturen statt. Und der Mensch ist die Spitze
der Pyramide von mittleren Strukturen.
Jochen Kirchhoff
fragte in seinen Büchern, ob der Kosmos absurd ist oder ob er Sinn
hat, ob er uns gegenüber feindlich, freundlich oder gleichgültig
ist? Und ob die Erde uns will? Wenn das Universum ganzheitlich ist –
und es deutet alles darauf hin, daß es wirklich so ist -, dann
kann man es mit einem Lebewesen, z.B. mit einem menschlichen Organismus,
vergleichen. Ist es dem Kopf egal, ob der menschliche Körper auch
Beine, Hände und Lungen hat? Natürlich nicht! Das sind notwendige
Teile des Ganzen. Und das Ganze "strebt" zur maximalen Stabilität.
Dabei sind die mit vernünftigen Wesen besiedelten "Inseln"
des Universums, wie z.B. unsere Erde, die kompliziertesten und deshalb
die stabilsten Orte.
Das klingt paradox,
wenn man den Zustand der heutigen Menschheit ansieht. Doch das ist ein
Charakteristikum des geschichtlichen Wendepunktes. Die Jugendzeit, die
Ausbildungszeit, der Menschheit geht zu Ende. Bald fängt ein erwachsenes
Leben an. Ein ganzheitliches Wissen, ermöglicht die Überwindung
der Menschheitskrisen. Dazu gehört in der Tat eine "andere
Naturwissenschaft", befreit von Verabsolutierungen und anderen
Phantasien, ebenso wie von den üblichen materialistischen Reduktionismen.
Literaturverzeichnis
Lesage G.L., Lucrece
G. Newtonian, Nouv. Memories de l'Academie Royale des Science. Berlin,
1782.
Madelung, E., Quantentheorie in hydrodynamischer Form. Z. für Phys.
40, 3, 4, 1926, 327.
Oesterle, O., Goldene Mitte: Unser einziger Ausweg. Vom zersplitterten
zum ganzheitlichen Wissen. Universal Experten Verlag, ISBN 3-9520261-9-0,
1997.
Podkletnov, E. & Nieminen, R. Physika, C, vol. 203, p. 441, 1992.
Prigogine, I. & Stengers, I. Order out of Chaos. Heiniemann, London,
1984.
Otto Oesterle, Berlin,
April 2000